Zertifizierung im RE – Teil 2: Der IREB CPRE FL

Nachdem es im ersten Teil um einen ersten Überblick in Sachen Zertifizierungen im Requirements Engineering (RE) ging, geht es nun etwas mehr ins Detail. Nach der Entscheidung zu Gunsten des IREB Certified Professional for Requirements Engineering (CPRE) soll auf diesen nun näher eingegangen werden. Für den Einstieg ist die Foundation Level (FL) Zertifizierung gedacht.

Inhalte

Beim IREB CPRE FL geht es um die Basiskenntnisse, die ein Requirements Engineer haben sollte. Es geht um die Erhebung , die Dokumentation und Abstimmung sowie die Verwaltung von Anforderungen. Der Lehrplan macht eine Unterscheidung zwischen den Lernzielen Kennen und Können, womit die jeweiligen Abschnitte gekennzeichnet sind. Neben Deutsch ist er auch in anderen Sprachen verfügbar.

Voraussetzungen

Voraussetzung für die Prüfung ist ein gültiger Personalausweis. Mehr nicht. Eine Schulung muss man nicht besucht haben, es wird jedoch empfohlen. Viele Anbieter bieten auch gleich die Zertifizierung im Anschluss an die Schulung an. Es geht aber auch anders: bei mir persönlich lagen drei Jahre zwischen Schulung und Prüfung. Der CPRE war zum Zeitpunkt der Schulung noch nicht wirklich bekannt.

Vorbereitung

Die Vorbereitung zur Prüfung gestaltet sich sehr individuell. Wie gesagt, eine Schulung ist nicht Pflicht, wer mag, kann sich aber hier einen entsprechenden Anbieter heraussuchen. Darüber hinaus haben mir folgende Dinge bei der Vorbereitung sehr geholfen:

  • Das Buch Basiswissen Requirements Engineering von Klaus Pohl und Chris Rupp: hier wird das benötigte Wissen sehr strukturiert und übersichtlich dargestellt. Bei dem einen oder anderen Punkt benötigt man mehr Informationen als vorhanden, aber meist hilft hier eine Suche bei Google oder ein Blick in den Lehrplan oder Glossar.
  • Passend zur Prüfung und zum Buch gibt es den Sophist Podcast. In verschiedenen Episoden werden in Form eines Dialogs verschiede Aspekte des RE in beleuchtet. IREB-konform und passend zur Prüfung. Ich selbst hatte mir diese irgendwann dann auf CD gebrannt und dann auf der Fahrt zur Arbeit und zurück immer wieder angehört. Irgendwann konnte man das Ganze auswendig.
  • Wenn man sich dann so langsam fit für eine Prüfung fühlt, sollte man unbedingt einen Blick in die Prüfungsordnung werfen. Hier wird erklärt, wie die Prüfung an sich funktioniert, welche Fragetypen es gibt und wie die Antworten gewertet werden. Es ist z.B. immer gut zu wissen, ob es Minuspunkte gibt für falsche Antworten, da dies maßgeblich die Strategie beeinflusst, wie man mit Fragen umgeht, bei denen man die Antwort nicht weiß.
  • Beim IREB gibt es eine Übungsprüfung mit 34 Fragen. Diese sollte man ebenfalls mehrfach gemacht haben, um ein Gefühl für die Art der Fragen zu bekommen und um natürlich sein eigenes Wissen zu prüfen.

Und wenn man somit gut vorbereitet ist, kann man zur Prüfung schreiten. Falls der Schulungsanbieter einen nicht anmeldet, muss man dies selbst tun. Es ist nicht weiter schwer, nur für Leute, die es zum ersten mal machen, vielleicht etwas ungewohnt.

Anmeldung zur Prüfung

Die Prüfung macht man über eine sogenannten Zertifizierungstelle in einem Testcenter. Diese ist gemäß der ISO 17024 unabhängig vom Trainingsanbieter und dem Bereitsteller des Zertifizierungsprogramms. Ich hatte die Online Prüfung gewählt, d.h. die Fragen werden an einem Rechner über ein entsprechendes Programm beantwortet. Für den IREB CPRE gibt es derzeit nur einen Partner, über den man die Online Prüfung machen kann: das International Software Quality Institute, kurz iSQI. Die Anmeldung zur Prüfung erfolgt über Pearson Vue unter http://www.pearsonvue.com/isqi/exams/. Das erste, was hier auffällt, ist, dass alles in Englisch erfolgt. Für manche vielleicht ein Hindernis.

Kleiner Tipp: Falls man schon bei Pearson Vue registriert ist, gleich anmelden über den Link Sign In oben rechts, sonst darf man alles zweimal machen. Wer keinen Account hat muss sich registrieren – da kommt man am Ende ohnehin nicht umher. Abgefragt werden Dinge wie die Adresse und das Geburtsdatum.

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Danach kann man über View Exams die jeweilige Prüfung auswählen.

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Der IREB CPRE FL steht weiter unten:

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Hier die gewünschte Variante auswählen (für Deutschland ist es die obere). Danach ist die Sprache für die Prüfung zu wählen.

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Hier einmal German für Deutsch auswählen. Dach erfolgt eine kurze Zusammenfassung bevor es um den Termin und den Testcenter geht.

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Drückt man auf Schedule this Exam wird man, falls man sich noch nicht angemeldet hätte, als nächstes aufgefordert sich anzumelden (das nochmalige Auswählen der Prüfung und Sprache haben wir uns aber hier erspart).

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Nachdem man einen Testcenter ausgewählt hat, muss man noch ein Datum und eine Uhrzeit wählen.

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Danach folgt nochmal eine Zusammenfassung, bevor es zum Bezahlen geht.

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Beim ersten Schritt des Bezahlens ist es sehr wichtig, nochmal Name und Geburtsdatum zu überprüfen. Diese Angaben sollten mit denen im Personalausweis übereinstimmen!!

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Nach Zustimmung zu den Policies und der Angabe der Kreditkartendaten, kann man die Bestellung abschicken. Den Beleg erhält man per Email. Man kann diesen nachher auch in dem eigenen Profil nochmal anschauen bzw. sich nochmals per Email senden.

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Die Prüfung

Jetzt heißt es nur noch, sich das Datum und die Uhrzeit gut zu merken und pünktlich vorher beim Testcenter einzutreffen. Dort wird der Ausweis kontrolliert. In dem Raum, wo der Test stattfindet, darf man übrigens nichts mit hineinnehmen. An den Rechnern gibt es nach dem Login eine Art Übungsaufgabe, um sich mit dem Prüfungsprogramm vertraut zu machen. Danach geht es dann los – für 75 min. Nach Abschluss der Prüfung bekommt man im Testcenter ein vorläufiges Ergebnis mitgeteilt (pass/not passed). Das genaue Ergebnis bekam ich per Email. Das Zertifikat kam eine Weile später per Briefpost.

Bei Pearson Vue kann man sich übrigens die Prüfungshistorie anschauen.

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An dieser Stelle bleibt mir abschliessend nur noch Ihnen viel Erfolg bei der eigenen Prüfung zu wünschen.

Christoph Oemig

Christoph Oemig

studierte Medieninformatik mit dem Schwerpunkt Mensch-Computer Interaktion und Betriebswirtschaft in Wedel und Furtwangen. Er ist IREB Certified Professional for Requirements Engineering (CPRE), IIBA Certfied Business Analysis Professional (CBAP), UXQB Certified Professional for Usability and User Experience (CPUX) und gestaltet als Lead Business Analyst bei der Deutschen Bank die anforderungstechnischen Belange im Bereich Cash und Selbstbedienung. Er ist Mitglied der Fachgruppe Requirements Engineering der Gesellschaft für Informatik (GI) sowie des Berufsverbandes der Deutschen Usability und User Experience Professionals (German UPA) und regelmäßig Referent auf Tagungen und Konferenzen zu Themen des Requirements Engineerings, der Business Analyse sowie dem Usability Engineering.
Christoph Oemig

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